Notwendige und empfohlene Kriterien

Die hier empfohlenen Kriterien an die Endgeräte der Schüler*innen basieren auf den praktischen Erfahrungen von unterrichtenden Lehrkräften von digitalen Klassen.

Außerdem werden die Kriterien vom angefertigten Leitfaden für den öffentlichen IT-Einkauf von Notebooks der Bitcom inhaltlich getragen:

Hardware produktneutral ausschreiben für den Schulbereich | ITK-Beschaffung (itk-beschaffung.de)

PDF der Bitkom jetzt downloaden

 

Unterteilt wird hier in notwendige und empfohlene Kriterien:  

  • Die notwenigen Kriterien wurden aus den Praxiserfahrungen und dem Leitfaden der Bitkom abgeleitet und werden als so wichtig erachtet, dass das Fehlen zu einer Einschränkung in der Lern- und Arbeitsflexibilität führen würde.
  • Die empfohlenen Kriterien sind als Nice-to-have-Anforderungen zu betrachten.

 

Bitte nehmt zur Kenntnis, dass die Kriterien an die Endgeräte je nach didaktischem Schwerpunkt der Schule, der Jahrgangsstufe, der Schulform und dem Schulschwerpunkt variieren können.
Hier bedarf es also der individuellen Anpassung der Kriterien an die jeweilige Schule und deren Lernkonzept.

Die hier gegebene Empfehlung an die Kriterien richtet sich an die Anforderungen der Endgeräte für den Sekundarbereich I und II.

Für Grundschulen können diese Kriterien aufgrund des stark unterschiedlichen Anforderungsbedarfs abweichen.

Die angepassten Kriterien werden wir hier zeitnah ergänzen.

Notwendige Eigenschaften

Notebook / Convertible: 360° klappbar oder abnehmbare Tastatur

  • Zu den alltäglichen Arbeitsweisen der Schüler*innen der Sekundarstufe I und II gehören beispielsweise das Erstellen von Präsentationen, Textverarbeitungen, Tabellenkalkulationen und Programmierung. Diese sollen in einer komfortablen und professionellen Arbeitsweise angefertigt werden können. Der alltägliche Gebrauch einer Tastatur (deutsches Layout) und einer 2-Tasten-Funktion des Touchpads sind daher gefordert. Im Sekundarbereich sollten außerdem die Funktionsweisen des Computers und des Betriebssystems in den Medienkompetenzen vermittelt werden, da dieses Verständnis und die Bedienbarkeit maßgebliche Voraussetzungen der Studien-, Berufs- und Arbeitswelt sind.  
  • Das Schreiben mit einem Stift ist eine obligatorische Geräteanforderung für den Schulgebrauch. Daher sollte das Display abnehmbar oder komplett umklappbar sein, um eine handfreundliche Auflagefläche zu bieten. Ebenso ist z. B. der Dreh von Erklärfilmen oder das Aufnehmen von Stopmotion-Filmen erst durch das vollständige Umklappen oder Abnehmen der Tastatur barrierefrei möglich. 

    Falls ihr Fragen zu Convertibles habt, ist vielleicht die folgende Seite mit FAQ zum Thema Convertibles spannend für euch:

    Zur FAQ-Seite

    Gängige Betriebssysteme (OEM Lizenz)

    • Mit den gängigen Betriebssysteme (z. B. Windows 10 Pro, Windows Pro Education, macOS, Chrome OS oder Linux) können die Lernsoftwares über die großen Stores über die Schuldomain im Education-Bereich erworben werden. Hier gibt es viele kostenlose Programme, die bei schulverwalteten Geräten direkt verteilt werden können. Auch ein Erwerb von Software über Schullizenzen ist möglich. 
    • Außerdem ist es empfehlenswert, wenn die Schüler*innen in der Schule gängige Betriebssystem kennenlernen und benutzen können, damit sich diese Erfahrungen in die Studien-, Berufs- und Arbeitswelt transferieren lassen. 

    Prozessortyp

    • x86 Architektur 
    • Multi-Core 

    Speicherplatz: mindestens 4GB RAM / 128GB SSD

    • Da die Cloudarbeit in der Schule zukunftsweisend wird, reicht für die schulische Nutzung eine kleinere Speichereinheit. Eine Aufrüstung des Arbeitsspeichers beispielsweise durch eine SD-Karte ist bei den flachen Notebooks nicht üblich, kann jedoch unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein. 

    Grafikeinheit

    • Die Grafikeinheit befindet sich in der CPU / APU und sollte DirectX 12-fähig sein. 
    • Da das Endgerät nicht als Gamingkonsole genutzt wird, reicht eine integrierte GPU als Grafikkomponente vollkommen aus. 

    Displayeigenschaften

    • Auflösung 1.366 × 768 Pixel (HD) oder 1.920 × 1080 Pixel (Full HD)  
    • Wichtig ist, dass das Display eine gute Auflösung hat, damit das Auge gerade auch bei langandauernden Bildschirmarbeiten ein klares Bild und eine gut leserliche Schrift vorfindet. Die Kühlung und Lautstärke sollten auf den Arbeitsbereich abgestimmt sein. 

    Frontkamera: mindestens 720p HD-Auflösung

    • Frontkameras werden für Videomeetings mit dem Kurs / der Klasse, einzelnen Mitschüler*innen oder der Lehrkraft sowie zum Erstellen von Erklärvideos benötigt. 

    Touchdisplay

    • Da viele Lernsoftwares mit interaktiven Funktionen arbeiten, ist ein Touch-Display sehr benutzerfreundlich. Außerdem kennen die Schüler*innen die Touch-Funktion durch ihre Handys und finden somit einen einfacheren Zugang zur Bedienung des Computers. Da wir die Stiftfunktion eher als Empfehlung ausweisen, ist ein Touch-Display obligatorisch. 

    Stiftunterstützung mit gutem Schriftbild, bruchfester Stiftspitze und Funktionstasten, wenn nötig Linkshänder-tauglich

    • Neben dem Tippen auf der Tastatur bietet die Handschriftfunktion auf dem Endgerät eine optimale Ergänzung zur Ausarbeitung von Lernprodukten. So können Schüler*innen neben dem Tippen auch die Handschrift zur Erstellung von Lernprodukten nutzen. Der davon Vorteil ist, dass sämtliche Lernprodukte auf dem Gerät angefertigt und an die Lehrkraft gegeben werden können. Andernfalls müssten Produkte auf Papier verfasst, abfotografiert und dann hochgeladen werden. 
    • Digitale Handschriftprodukte wie Sketch Notes oder visualisierte Conceptmaps sind mit der Stiftfunktion als Lernprodukt möglich. Präsentationen oder digitale Dokumente können mit der Handschriftfunktion ergänzt werden. Manche Softwares ermöglichen das Führen von digitalen Heften, in dem handschriftliche Kommentare, Lösungen, Mitschriften oder Korrekturen angefertigt werden können. Die Handschrift muss in der Schule unbedingt in das tägliche Arbeiten integriert werden, gerade weil die Klausuren aktuell noch handschriftlich geschrieben werden müssen.
    • Manche Fächer, wie beispielsweise Mathematik, kommen ohne handschriftliche Rechennotationen, die durch Tippen nicht zu ersetzen wären, aus. Um die digitale Zusammenarbeit und den schnellen Austausch zwischen Mitschüler*innen und Lehrkräften auch hier zu fördern, ist ein Gerät mit Stiftunterstützung sehr für den Schulgebrauch zu empfehlen. 
    • Bei der Geräteauswahl sollte unbedingt auf eine gute Stiftführung (Widerstand auf der Geräteoberfläche), die zu einem sauberen Schriftbild führt, geachtet werden. Der Stift sollte zudem Funktionstasten bieten, die frei belegt werden können. So kann schnell radiert oder eine angefertigte Zeichnung an einen anderen Platz geschoben werden. 

    Bluetooth: BT 5.0

    • Bluetooth ist z. B. für das Nutzen von drahtlosen Kopfhörern oder auch Mäusen notwendig. 

    Lange Akkulaufzeit, Richtwert: ca. 10 Stunden Messung nach MM14

    Lautsprecher (Stereo) / Mikrofon (Mono)

    • Gerade die Mikrofonfunktion wird im zeitgemäßen Lernen immer mehr genutzt, um beispielsweise Vokabeln oder ganze Texte in Fremdsprachen einsprechen zu können. Außerdem ermöglichen viele Lernsoftwares eine Audiounterstützung, sodass Schüler*innen ihre Fragen als Audiodatei mit dem Mikrofon aufnehmen und neben Ausarbeitungen für die Lehrkraft oder die Lerngruppe platzieren können. Auch für die Erstellung von Erklärfilmen wird eine Mikrofonfunktion benötigt. 

    WLAN: Dual Band 2.4 und 5 GHz

    • Der WLAN-Standard IEEE 802.11 (AC A, B, G, N) muss unterstützt werden, damit sich die Endgeräte sowohl zu Hause als auch in der Schule problemlos mit dem WLAN verbinden können. Gerade für das mobile Arbeiten an unterschiedlichen Lernorten ist dies eine maßgebliche Voraussetzung. 

    Autopilotfähig – erfordert TPM 2.0

    • Über das TPM (Trusted Platform Module) können die Geräte in das Gerätemanagement der Schule eingepflegt werden. So ist es möglich, Geräte mit Softwares und Updates, eben allen benötigten Unterrichtswerkzeugen, aus der Ferne zu bespielen, ohne dass die Eltern zu Hause mit ihren Kindern manuelle Installationen vornehmen müssen. 

    Robustheit: bruchstabile Oberfläche und Nahtstelle zur Tastatur (MILT STD 810G- 516.6 (Droptest bestanden))

    • Da die Geräte in den Klassenräumen, in denen natürlich auch mal getobt und Tische angestoßen und verrückt werden, genutzt werden, spielt die Robustheit der Geräte eine besonders wichtige Rolle. Gerade in der Sekundarstufe I ist sie maßgeblich für den alltäglichen und gewünschten langlebigen Einsatz. 
    • In der Sekundarstufe II könnte hier ein filigraneres Gerät verwendet werden, weil die physische Aktivität in den Kursräumen ab- und die Sensibilität für technische Geräte zunimmt.
    • Wegen der alltäglichen Nutzung des Touchdisplays sollte seine Oberfläche bruchsicher und kratzfest sein, zu empfehlen ist beispielsweise ein Corning Gorilla Glass.
    • Achtung bedarf es bei der Nahtstelle bei Geräten mit abnehmbaren Tastaturen: Diese sind oft reparaturanfällig, da Tastaturen für das Arbeiten und Lernen erfahrungsgemäß häufig abgenommen werden. Dadurch wird die Nahtstelle zwischen Tastatur und Gerät stark beansprucht. Hinzu kommt, dass Kinder im Sekundarstufenbereich I nicht alle das nötige motorische Feingespür zum An- und Abnehmen der Tastatur besitzen, was die Anfälligkeit nochmal verstärken kann. Es empfiehlt sich daher, bei diesen 2-in-1-Geräten im Web nach Testberichten zu schauen.  

    Anschlüsse

    • Mind. 2 x USB 3.x, davon mind. 1 x Typ A  
      • Cloudarbeiten nehmen im schulischen Umfeld zwar immer weiter zu, jedoch sollten zumindest 2 USB-Anschlüsse vorhanden sein. Wird beispielsweise ein Click-Share-System zum Projizieren verwendet, dann sollte ein USB-Anschluss für einen Stick oder Ähnliches frei sein. In den MINT-Fächern werden zudem Mikroskope oder andere naturwissenschaftliche Hardware über USB-Zugänge verbunden. 
      • Die Arbeit und Datenübertragung mit Sticks ist zwar nicht mehr ganz zeitgemäß, kann aber eine gute Backup-Lösung darstellen. 
    • Displayausgang: 1 Digitalanschluss für Bildschirme 
      • Hier sollte ein HDMI-Anschluss (alternativ auch Mini-HDMI, USB-C, DisplayPort, Mini DisplayPort – kommt auf die Raumausstattung der Schule an) vorhanden sein, sodass bei einer nicht drahtlosen Beamer-Verbindung im Klassenraum schnelle Handlungsfähigkeit besteht. 
      • Zudem sollte die Verbindung zu externen Monitoren möglich sein, da das Display der Endgeräte oft zugunsten der Mobilität eher klein ist. Durch die Verbindung mit einem externen Monitor kann die Arbeit erheblich erleichtert und komfortabler gestaltet werden.
    • Audio-In und Audio-Out 
      • Audio wird z. B. zur Verfolgung von Videomeetings, dem Hören von Erklärvideos oder Audio-Feedback der Lehrkraft benötigt. Der Kopfhöreranschluss ist für das selbstständige Arbeiten in den oft sehr kleinen Räumen in der Schule unabdingbar, in denen meiste mehrere Kinder zusammen oder nebeneinander arbeiten (ähnlich wie in einem Großraumbüro). 
    • Ethernet/LAN: RJ 45 Ethernet 10/100/1000 Mbit, WOL/PXE2.x  
      • Insbesondere bei kleinen und flachen Notebooks ist bauartbedingt oft keine RJ-45-Schnittstelle vorhanden, ein entsprechender Adapter kann daher als gleichwertig betrachtet werden. Gerade, wenn die WLAN-Verbindung nicht optimal ist, kann der direkte Anschluss mit dem LAN-Kabel an den Router die rettende Lösung sein. 

    Gewicht: maximal 1,5 kg

    • In der Schule gibt es in der Regel aufgrund der oftmals alten Gebäude sehr wenige Steckdosen, sodass das zeitgleiche Aufladen mehrerer Geräte in den Klassen nur sehr eingeschränkt möglich ist. Daher muss darauf geachtet werden, dass die Schüler*innen die Geräte bereits vollständig aufgeladen mit in die Schule bringen. Eine lange Akkulaufzeit ist absolut zu empfehlen, sodass die mittlere bis hohe Mobilität (nachzulesen im PDF der Bitkom) gerechtfertigt und notwendig wird. 
    • Bitcom-Verweis: Bei laufendem Office-Betrieb muss ein Akku mit einem Ladezustand von 10 Prozent innerhalb von 3 Stunden auf einen Ladezustand von mindestens 90 Prozent seiner Kapazität geladen werden. 

    (Bildquelle: Bitkom)

    Empfohlene Eigenschaften

    Rückkamera

    • Wenn im Unterricht auch analog oder haptisch gearbeitet wird, kann es von Vorteil sein, wenn die Produkte abfotografiert und digital gespeichert werden können. Die Rückkamera bietet hier eine wichtige technische Schnittstelle zwischen analogem, haptischen und digitalem Arbeiten, auch um die Arbeitsergebnisse von Mitschüler*innen oder der Lehrkraft zur Verfügung zu stellen. Beispiele: Kunst, Aufbauen von Experimenten in den Naturwissenschaften oder Abfilmen von Theaterstücken, Erstellen eines Stop-Motion-Films, das Filmen und Analysieren von Präsentationen von Mitschüler*innen 

    Entspiegelte / matte Bildschirmoberfläche

    • Gerade, wenn die Schüler*innen ihre Notebooks im Klassenraum einsetzen und im Rücken ein Fenster mit Sonneneinstrahlung haben, kann es zu einer sehr starken Reflexion kommen. Hier empfiehlt sich eine entspiegelte oder matte Oberfläche, sie macht das Lernen und Arbeiten am Bildschirm angenehmer. In Kombination mit der notwendigen Touch-Funktionalität führt dies allerdings zu einer starken Einschränkung bei der Auswahl. 

    Reparaturfähigkeit: austauschbare Festplatte und Akku

    • Das Notebook ist ein alltägliches Werkzeug, das intensiv genutzt wird und bei dem auch mal etwas kaputt geht. Im Sinne der Nachhaltigkeit und Ökologie technologischer Geräte ist es daher gut, wenn die Notebooks reparaturfähig sind und beispielsweise die Festplatte oder der Akku austauschbar sind. So kann das Wegwerfen von ganzen Geräten bei punktuellen Schäden verhindert werden. 

    Hoher Recyclinganteil (> 10 %) und soziale Nachhaltigkeit

    • Kommt es in den Schulen Deutschlands nun vermehrt zur flächendeckenden Anschaffung von digitalen Endgeräten, dann sollten die nachhaltigen und sozialen Aspekte eine Rolle spielen. Neben der Wiederverwertbarkeit von Einzelteilen des Gerätes sollten auch auf Arbeitnehmerrechte, das Verbot von Kinderarbeit, Arbeitnehmerdiskriminierung und die Einhaltung von Rahmenarbeitszeiten geachtet werden.  

    Damit die Berücksichtigung dieser Aspekte in Vergabeverfahren für IT-Produkte und IT-Dienstleistungen gewährleistet ist, kann die Vergabestelle von jedem Bieter im Verfahren die Abgabe einer Erklärung zur sozialen Nachhaltigkeit für IT verlangen.

    (Quelle: Bitkom) 

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